50 Jahre TSV Judo

in Judo
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Die Feierlichkeiten begannen am Samstag mit einem Jubiläumsturnier für die U10 und U12. Hier ging es nicht darum, wer zuerst volle Punkte erzielte, sondern es musste 2 Minuten durchgekämpft werden. Bewertet wurden unter anderem Technik und Ausdauer. Jeder der über 100 Teilnehmer konnte mit einer Medaille und einer Urkunde nach Hause fahren.

Am Samstagabend feierte die Abteilung unter Vorsitzendem Michael Höpfl und TSV Vorstand Stefan Hafner mit vielen Ehrengästen aus Politik, Gemeinde und einigen Gründungsmitgliedern das Jubiläum.

Im Festvortrag von Rudi Dietl und Georg Graf wurde die Geschichte der Abteilung von der Gründung bis heute in lockerer Art und Weise wiedergegeben.

Die Abteilung wurde am 5.1.1967 durch Georg Kühbacher zusammen mit einer kleinen Schar sportbegeisterter Bürger gegründet und noch im gleichen Monat als eigenständige Abteilung in den TSV Mitterfels integriert. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.

So war am 26.3.1967 der erste Judokampf in Straubing im Rahmen der Sportbrücke Berlin-Straubing angesagt. Auch wurden im Mai und Juli die niederbayrischen Mannschaftsmeisterschaften der Junioren und Senioren in der damals neuen Mitterfelser Turnhalle ausgetragen. Der Rückkampf fand in Berlin statt. Siegfried Käser wurde bei der Niederbayrischen Jugend Einzelmeisterschaft in Zwiesel Zweiter.

Weiter ging es mit den Topplatzierungen in den nächsten Jahren, so wurde Anton Laumer 1968 Niederbayrischer Meister, Josef Stöckl Bayrischer Jugendmeister, dadurch sicherte er sich den Start bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Weiden. Ein Jahr später sicherte sich Josef Stöckl den Titel süddeutscher Juniorenmeister.

Mitterfels wurde immer mehr ein beliebter und professioneller Austragungsort. Hier wurden Meisterschaften auf allen bayrischen Ebenen und sogar Länderkämpfe ausgetragen.

Zu dieser Zeit gab es in Mitterfels auch einen sehr erfolgreichen Damenkader. So kämpften die Damen über die bayrische Ebene hinaus und kämpften in vielen Gewichtsklassen an vorderster Stelle mit. 1971 wurden Werner Käser und Heidi Grimm Deutsche Jugendmeister.

Ein weiterer Höhepunkt für Mitterfels war 1972. Siegfried Käser war der erste Danträger. Aktuell gibt es im Training mehr Danträger vom 1.-4. Dan als Schülergrade. So gab es drei neue Danträger im Jahr 2017.

1972 qualifizierten sich Werner Käser und Heid Grimm zur deutschen Meisterschaft, gemeinsam mit unserem späteren Judotrainer Rudi Dietl. Dieser kämpfte zu dieser Zeit noch für den Postsportverein Straubing. Unsere Damen waren auf bayrischer Ebene weiterhin sehr erfolgreich. So waren sie 1973 Bayerns Beste.

Ein großer Meilenstein für die noch junge Abteilung war 1973, als die Mannschaft vom TSV Mitterfels in der niederbayrischen Seniorenmannschaftsmeisterschaft als Sieger von der Matte gingen. Dieser Sieg berechtigte, dass 1974 in die Landesliga und 1975 in die höchste bayrische Liga, die Bayernliga, aufgestiegen wurde. Am 17.05.1975 war die Judoabteilung offizieller Ausrichter eines Jugendländerkampfes Deutschland gegen Tunesien. Eine Seniorenauswahl von Mitterfels –Straubing kämpfte gegen Tunesien.

1975 erreichte Heidi Grimm bei der internationalen deutschen Meisterschaft einen 2. Platz. Ihre Schwester Siglinde Grimm wurde 5. Auf der Niederbayrischen Meisterschaft ging Anton Laumer als Sieger von der Matte, Hans Weizierl und Franz Luttner belegten den 2. Platz und Lorenz Eisenreich wurde dritter.

 

1977 wurde Karl Klein Abteilungsleiter gewählt. Er hat in den folgenden 11 Jahren die Judoabteilung entscheidend gestaltet. Jetzt begann auch die Phase der Mannschaftserfolge, welche sich aus der Kampfgemeinschaft Mitterfels-Straubing ergab. Dadurch konnte eine Männerseniorenmannschaft in der Bezirks-, Landes- und Bayernliga aufgestellt werden. Die Bayernligamannschaft erreichte in den Folgejahren einmal die bayrische Meisterschaft und zweimal die bayrische Vizemeisterschaft. 1978 fand der Aufstiegskampf zur 1. Judo-Bundesliga statt. Es wurde aufgrund des Judobooms eine neue Regelung aufgestellt. So kam es zwar zum Aufstiegskampf in die 1. Bundesliga, jedoch wurde vom DJB zugesagt, dass jeder Teilnehmer der Aufstiegskämpfe zur 2. Bundesliga (diese wurde neu eingeführt) gesetzt wird. Da unsere Mannschaft wegen einer Busverspätung 15 Minuten zu spät zum Wiegeschluss kam, wurden sie nicht mehr zum Start zugelassen.

Nach dieser Enttäuschung, wurde 1979 die KG Mitterfels-Straubing bayrischer Mannschaftsmeister. Franz Axinger, unser späterer Abteilungsleiter wird bayrischer Polizeimeister. In der Zeit von 1980 bis 1994 wurde es ein wenig stiller um die Erfolge der Judoabteilung. Es gab diverse Einzelerfolge, jedoch blieben die großen Erfolge aus.

Seit 1994 wird eine ständige und erfolgreiche Jugendarbeit geleistet. So wurde mit den Kindern und Jugendlichen unter Leitung von Franz Axinger und Michael Höpfl zu einzelnen Turnieren und Meisterschaften in der Umgebung gefahren und auch eine Schülermannschaft aufgestellt. 2006 wurde wieder eine neue Bezirksligamannschaft gemeldet. Diese konnte sich im Mittelfeld behaupten und 2012 die Kampfgemeinschaft Mitterfels-Viechtach den Vizetitel in der Bezirksliga sichern.

2012 wurde die Judoabteilung des TSV Mitterfels mit dem Vereinszertifikat des DJB ausgezeichnet. DJB Präsident Peter Freese übereichte das Zertifikat an die Judoabteilung Mitterfels als Anerkennung einen gesicherten Grundstandard der durchgeführten Leistungsprüfungen. Neben einem geforderten Trainerstand mit international anerkannten Judo-Meistern (Dan-Trägern) werden auch eine professionelle Trainingsleitung, ein spezieller Trainingsraum (Dojo) und lizensierte Trainer gefordert.

2014 verabschiedete sich Franz Axinger nach 21 Jahren als Abteilungsleiter von der Judoabteilung. Sein Nachfolger wurde unser derzeitiger Abteilungsleiter Michael Höpfl.

Unsere Jugend ist nicht nur als Kämpfer auf der Matte erfolgreich, sondern auch auf Katameisterschaften (Form des Werfens). So belegten bei der bayrischen Katameisterschaft in Garching 2017, Rebecca und Cornelia Schötz in der U18, Teresa und Lena Roß in der U21, Hannah und Christian Schauber in der U15 einen 1. Platz, und die Paarungen Nicole Saknus und Verena Schötz, sowie Sarah Rabenbauer und Lisa Gürster den 3. Platz.

In den letzten Jahren erreichten wieder Mitterfelser auf internationalen Meisterschaften Erfolge. So belegten Stefan Schwingenschlögl, Werner Kapitza und Sascha Aenne Hernold die Plätze 1 bis 3.

Im Oktober 2017 wurde Sascha Aenne Hernold Weltmeisterin. Sie kämpfte in der Alterklasse F4 auf der Veteranen-Weltmeisterschaft. In ihrer ersten Begegnung stand Sascha ihrer Gegnerin aus Argentinien Vergara Sandra gegenüber. Sascha stieg auf Tai-Otoshi ein, ihre Gegnerin stieg aus und Sascha setzte mit Ouchi-gari nach. Nach 1:23 Minuten stand Sascha als Siegerin fest. Den zweiten Kampf gegen die Britin Foot Mandy gewann Sascha mit Ouchi-Gari in wenigen Sekunden. Der Kampf gegen die Brasilianerin Silva Rogera war für Sascha der härteste Kampf an diesem Wettkampftag. Shido (Bestrafung) ging an die Brasilianerin wegen Inaktivität. Ebenfalls ging ein Shido (Bestrafung) an Sascha wegen eines nicht erlaubten Griffes an den Gürtel. Anschließend wollte Sascha den Kampf schnell beenden und machte den Ansatz Ouchi-Gari. Dieser wurde mit einer Mittleren Wertung für Sascha bewertet. So musste Sascha den Kampf durch einen Haltegriff im Boden beenden. Auch hier ging Sascha als Siegerin hervor. In ihrem letzten Kampf gegen die Tschechin Kralikova Ivana musste Sascha ihren Griff sowie Technik umstellen, da ihre Gegnerin sie in den letzten Kämpfen gut studiert hatte. Dies konnte Sascha schnell umsetzen und so schaffte sie ihren Griff über den Rücken durchzusetzen. Sascha stieg auf Tai-Otoshi ein, ändert jedoch den Ansatz auf Osoto-Otoshi und warf mit anschließendem Haltegriff im Boden. Nach 0:46 Minuten ging Sascha auch hier als Sieger hervor und sicherte sich somit den Titel.

Bericht: Conny Jedlicka