Silber für Judo in Perfektion
(mvo) Ende Juni fand im sächsischen Freital die diesjährige Deutsche Kata-Meisterschaft (DKM) des Deutschen Judobundes statt. In sieben Kata und an zwei Tagen demonstrierten die besten Kata-Paare Deutschlands Judo in seiner technisch saubersten Form.
Vorne mit dabei zwei Judoka vom TSV Mitterfels: Marion Vogl und Leander Stadler konnten sich mit persönlicher Bestleistung zu deutschen Vizemeistern im Bereich Kodokan Goshin Jutsu (Kata der Selbstverteidigung) küren.
Kata, vom japanischen „Form“, ist ein Teilbereich des Kampfsports Judo, bei dem die technische Präzision und Funktion im Gegensatz zu Kraft und Schnelligkeit im Vordergrund stehen. Kata-Wettbewerbe sind folglich eine Teamleistung, bei der feste Trainingspartner Judotechniken möglichst funktional zeigen. Zwischen den Kata-Paaren erfolgt die Bewertung anhand eines Punkte- und Fehlersystems durch Wertungsrichter, entfernt vergleichbar mit der Bepunktung im Turnen oder Tanzen. Je präziser die gezeigten Techniken, desto weniger Fehlerpunkte und desto höher die erreichte Gesamtpunktzahl einer Kata.
Abwehr von Angriffstechniken
In der Vorrunde demonstrierten acht Kata-Paare in der Kodokan Goshin Jutsu Abwehrtechniken aus unbewaffneten Nah- und Distanz- sowie Messer-, Stock- und Pistolen-Angriffen. Bereits hier konnten sich die Mitterfelser Judoka Marion Vogl, in ihrer Rolle als Tori, und Leander Stadler, als Uke und Angreifer, mit persönlicher Bestleistung von 490 Punkten als Vorrunden-Zweite platzieren. Am frühen Nachmittag folgte der Einzug in die Finalrunde, bei der die besten vier der Vorrunde nochmals im technischen Gegeneinander antraten.
Vor dem Finaldurchgang war die Anspannung extrem hoch. Durch die souveräne Vorrundenleistung schien der Sprung auf’s Treppchen auch im Finale möglich.
Anspannung, Fokus und Freudentränen
Mit lediglich einem großen Fehler – 30 Grad in der Judohalle sei Dank – und ansonsten präzisen Würfen und Hebeltechniken, gelang es dem Duo, die Platzierung aus der Vorrunde zu halten. Damit hatten Vogl und Stadler lediglich die amtierenden Europameister in der Kodokan Goshin Jutsu, Andreas Freimuth und Eike Schmidt, vor sich und die übrigen Athleten hinter sich gelassen. Das Ergebnis war nicht nur für beide Judoka, sondern auch viele Kata-Freunde vor Ort und daheim ein emotionaler Moment. Für die Mitterfelser war es die erste Medaille auf einer Deutschen Kata-Meisterschaft, an der sie seit 2024 teilnehmen, sowie die erste Platzierung überhaupt in der Selbstverteidigungskata. Ein Moment voller Freudentränen und Stolz, dass das langjährige Training den Weg in die richtige Richtung geebnet hat.

